Licht für in vergessenes Paradies
Die Carteret-Inseln im Pazifik wirken wie ein tropisches Paradies. Doch die Schönheit täuscht: Abgeschnitten von der Welt liegt Hilfe fern. MAF brachte Funk und Solarstrom auf die Inseln – und die Möglichkeit, im Notfall Hilfe zu rufen.
Karlos Sarunic kennt das Leben fernab der Zivilisation. Als IT-Leiter von MAF verbringt er seine Freizeit gerne in der australischen Wildnis – ohne Mobilfunkempfang, mit Zelt und Lagerfeuer. Auch abgelegene Meeresregionen kennt er gut, nachdem er seine Frau Caitlin bei ihrer Arbeit als Tauchlehrerin und Meeresforscherin begleitet hatte.

Doch auch für ihn waren die Carteret-Inseln eine neue Erfahrung. Die kleine Inselgruppe liegt rund 100 Kilometer nordöstlich von Bougainville in Papua-Neuguinea. Sie besteht aus flachen Koralleninseln, die nur mit kleinen Booten über eine rund vierstündige Fahrt auf offener See erreichbar sind.
Mitten im Pazifik abgeschnitten
Die Landschaft wirkt paradiesisch: weisse Strände, Palmen und eine türkisfarbene Lagune. Doch dahinter verbirgt sich eine andere Realität: Es gibt weder Mobilfunkempfang noch Rettungsdienst oder Küstenwache. Gerät ein Boot in Seenot oder erkrankt jemand schwer, ist Hilfe weit entfernt. «Boote verschwinden hier immer wieder», sagt Karlos. «Wenn in Australien beim Campieren etwas passiert, steigt man ins Auto und fährt los. Auf den Carteret-Inseln gibt es diese Möglichkeit nicht.»
Endlich Hilfe auf Knopfdruck
Besonders deutlich spürt das Bernice Kumis, Leiterin des kleinen Gesundheitszentrums auf Han Island. Gemeinsam mit ihrem Team versorgt sie mehr als 2000 Menschen. Jahrelang arbeitete die Klinik praktisch ohne Verbindung zur Aussenwelt. Verschlechterte sich der Zustand einer Patientin oder eines Patienten, konnte niemand ärztlichen Rat einholen. Musste jemand dringend ins Spital nach Buka gebracht werden, gab es keine Möglichkeit, ein Boot zu alarmieren.

MAF Technologies installierte in der Klinik eine Kurzwellenfunkanlage. Seither kann das Team mit medizinischem Fachpersonal in Buka Kontakt aufnehmen, Behandlungen besprechen, Medikamente bestellen oder im Notfall Hilfe anfordern. Nach Jahren der Isolation ist die Klinik erstmals zuverlässig erreichbar. «Das verändert alles», sagt die Pflegerin Ann Sari.
Licht für sichere Geburten
MAF brachte jedoch nicht nur Funktechnik auf die Insel. Die Mitarbeitenden installierten auch eine Solaranlage und eine zuverlässige Stromversorgung für die gesamte Klinik. Als am ersten Abend das Licht eingeschaltet wurde, versammelten sich viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner vor dem Gebäude.

«Jetzt haben wir hier dieselben Lichter wie in der Stadt», sagt Inselbewohnerin Louisa Kumis. Für Bernice Kumis bedeutet das weit mehr als Komfort. «Seit zwei Jahren musste ich Mütter während der Geburt mit einer Taschenlampe versorgen», erzählt sie. «Für mich war das etwas, wofür ich mich wirklich schämte. Denn wenn man bei einer Geburt nur mit einer Taschenlampe arbeitet, kann man im Dunkeln leicht zum falschen Instrument greifen.

Heute ist der Gebärraum hell beleuchtet. Medizinische Geräte können angeschlossen und Instrumente sterilisiert werden. Künftig soll sogar ein Sauerstoffkonzentrator betrieben werden können. Aus einem dunklen Behandlungsraum ist ein Ort geworden, an dem Menschen sicher versorgt werden können.
Nicht länger vergessen
Die Carteret-Inseln liegen noch immer weit draussen im Pazifik. Die Überfahrt bleibt lang und das Meer unberechenbar. Doch heute kann eine Pflegefachfrau Hilfe rufen. Eine Mutter kann ihr Kind bei guten Lichtverhältnissen zur Welt bringen. Und eine Inselgemeinschaft hat Zugang zu Hoffnung und neuer Perspektive.



