Fliegendes Ärzteteam verändert Kinderleben
Im Südsudan werden Kinder mit Behinderungen oft stigmatisiert und versteckt. Gerade in entlegenen Regionen fehlt jede medizinische Hilfe. Dank MAF gelangen Ärzteteams in solche Dörfer und behandeln die kleinen Patienten in mobilen Spitälern.

Die Situationim Südsudan ist dramatisch: Mehr als die Hälfte der Kinder sind von Unterernährung, Krankheiten und mangelnder medizinischer Versorgung betroffen. Jahrzehntelange Konflikte und chronische Unterentwicklung haben zu dieser Krise geführt. Das Gesundheitssystem ist desolat: Es fehlt landesweit an Spitälern, Medikamenten und Fachpersonal. Die schwache Infrastruktur, insbesondere das dünne Strassennetz, erschwert schnelle Hilfe. Zudem sind besonders während der Regenzeit viele Strassen unpassierbar.
In dieser schwierigen Situation leistet MAF mit dem fliegende Ärzteteam des CURE-Kinderspitals aus Kenia wertvolle Hilfe. Das medizinische Team besteht aus zwei Ärzten, einem Physiotherapeuten, einem orthopädischen Technologen, einem Koordinator und einem Pastor. Mit MAF erreichen sie von der kenianischen Hauptstadt Nairobi aus sicher und schnell die südsudanesischen Orte Lodwar und Lokichar. „Die Reise mit dem Auto wäre unverhältnismässig teuer, gefährlich und zeitintensiv. Die neunstündige Fahrt hätte unsere verfügbare Zeit für Patientenkontakte massiv eingeschränkt“, erklärt Elvis Lemaiyan, Kommunikationsbeauftragter von CURE.
Mit an Bord ist neben dem medizinischen Team auch medizinische Ausrüstung für die Konsultationen und die Nachsorge. In den mobilen Spitälern werden bei den Kindern innerhalb von zwei Tagen unterschiedlichste Erkrankungen behandelt – von Lippen-Kiefer-Gaumenspalte über Klumpfüsse, X-Beine, O-Beine und Brandnarbenkontrakturen bis hin zu Zerebralparese.
In der Vorbereitung solcher Besuche kommt lokalen Gesundheitsmitarbeitenden sowie Pastoren eine wichtige Rolle zu. Sie informieren die Familien frühzeitig über die Ankunft des Ärzteteams. Gemeinsam mit weiteren Freiwilligen helfen sie auch beim Aufbau des mobilen Spitals und organisieren die Mahlzeiten. So kann sich das Team des CURE-Kinderspitals voll und ganz auf die Betreuung der kleinen Patientinnen und Patienten fokussieren.
Operationen sind vor Ort nicht möglich, doch Kinder mit komplexeren Fällen werden für Eingriffe ins CURE-Kinderspital in Kijabe, Kenia, überwiesen. Dr. Kazadi Samuel, einer der Ärzte, berichtet: „Wir haben insgesamt 60 Kinder untersucht. Fünf von ihnen benötigen eine Operation und werden nach Kijabe überwiesen. Ich möchte MAF danken – für ihr Engagement und die Hoffnung, die sie damit in diese Dörfer bringt.“
Die Arbeit von MAF und dem fliegenden Ärzteteam verändert nicht nur Leben, sondern auch Einstellungen. In Dörfern, die bereits mehrfach besucht wurden, hat sich die Wahrnehmung von Behinderungen positiv verändert. Familien verstecken ihre Kinder mit Behinderungen nicht mehr, sondern bringen sie zur Behandlung – ein Zeichen des wachsenden Vertrauens.
Auch MAF-Pilot Joost de Wit zeigt sich beeindruckt: „Es war meine erste Mission mit dem Team des CURE-Kinderspitals. Es ist bewegend zu sehen, welche positiven Auswirkungen unser Einsatz auf die Menschen vor Ort hat.“ Das Team des CURE-Kinderspitalsplant bereits die Nachsorge für die Kinder und geht davon aus, nächstes Jahr in diese Dörfer zurückzukehren. Joost de Wit: „Ich freue mich jetzt schon, das Team wieder fliegen zu können.“




