Wo Kakao, Vanille, Kaffee und Erdnüsse Leben retten

In abgelegenen Gemeinschaften ist Armut meist besonders hoch – Isolation blockiert den Zugang zu Ressourcen. Im Karimui-Distrikt in Papua-Neuguinea öffnet MAF mit ihren Flügen den Marktzugang. Nun gestalten die Menschen vor Ort ihre Zukunft selbst.

Der Lufttransport von Handelswaren ermöglicht den Menschen ein Einkommen – für Dinge wie Schulgebühren, Seife, Kleidung, Öl und Salz

Schokolade, Kaffee, Vanilleeis und Erdnussbutter – was für eine köstliche Auswahl! In unserer modernen westlichen Gesellschaft, die ständig auf der Suche nach Endorphinen und Koffein ist, gehören sie zum Alltag. In Papua-Neuguinea habe ich Menschen getroffen, für die Kakaofrüchte, Kaffeebohnen, Vanilleschoten und Erdnüsse weit mehr bedeuten – sie bedeuten Leben. Sie sind wichtige Handelsware und die einzige Einkommensquellen für sie. Dank ihnen können sie sich Kleider, Seife und Bildung für die Kinder leisten.

Mein Kollege Aquila Matit und ich reisten in den Karimui-Distrikt in der Provinz Simbu – ein MAF-Flug von Goroka dauerte nicht einmal eine halbe Stunde. Bergkette um Bergkette glitt unter uns vorbei, erst mit gelbgrünem Gras bedeckt, dann mit dichtem, smaragdgrünem Regenwald, je weiter wir nach Süden flogen. Nach der Landung in Sorita brannte die Sonne, und wir suchten Schatten zwischen den Kakaobäumen, um mit den Einheimischen zu sprechen.

Norman Mondo, Kakaobauer
Norman Mondo ist einer der führenden Kakaobauern in Papua-Neuguinea und Vater von acht Kindern. Wie alle Landwirte der Region ist Norman darauf angewiesen, seine Ernte per Flugzeug zum Markt zu bringen. „Karimui hat keine Strassenverbindung, das Flugzeug ist die einzige Verbindung”, sagte er. „Man muss zwei Tage auf Buschpfaden gehen, um die nächste Strasse nach Goroka zu erreichen. Es ist zu weit, um schwere Säcke mit getrockneten Kakaobohnen zu tragen.“

Misis Siwi, arbeitet auf Normans Kakaoplantage
Beim Anbau und der Verarbeitung dieser Handelswaren, vor allem von Kakao und Kaffee, ist viel Handarbeit notwendig – dadurch sind viele Menschen eingebunden und verdienen mit, nicht nur die Plantagenbesitzer. Eine davon ist Misis Siwi: “Ich sehe Gottes Hand in meinem Leben“, sagte sie. „Ich sammle vielleicht nur eine kleine Menge, aber wenn ich sie wiege, ist es mehr – und ich verdiene mehr. Mit dem, was ich verdiene, kaufe ich Öl, Salz und Seife. Den Rest spare ich für die Schulkleidung meiner Kinder und andere Bedürfnisse.”

Mopa Paleah, Vanillebauer
Neben Kakao gedeiht im fruchtbaren vulkanischen Boden der Region auch hochwertige Vanille. Mopa Paleah ist Vanillebauer und fungiert zugleich als Zwischenhändler für viele andere Produzenten – er vertritt Tausende von Schoten. Er sammelt die Vanille, verkauft sie in der Stadt und bringt das Geld an seine Mitbauern zurück. Dieses Einkommen hilft bei Dingen, die in vielen Teilen der Welt selbstverständlich sind. “Mit einem Teil des Geldes zahle ich die Schulgebühren meiner Kinder. Etwas davon lege ich beiseite. Wenn ein Notfall eintritt oder jemand Hilfe braucht, nehme ich von diesem Geld, damit sie das Notwendige kaufen können.”

Kakao, Kaffee, Vanille und Erdnüsse mögen für viele von uns im Westen alltägliche Konsumgüter sein. Doch für Menschen im abgelegenen Papua-Neuguinea bedeuten sie Bildung, Hygiene und Kleidung für ihre Familien. Und ohne MAF, die hilft, diese Produkte auf den Markt zu bringen, wären sie eben nur einfache Feldfrüchte – nicht Lebensgrundlage und Zukunft zugleich.

MAF fliegt regelmässig Handelsware aus mehr als 30 Gemeinden in ganz Papua-Neuguinea
Autor
Matt Painter
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