Wenn ein Flug Augenlicht rettet

In ländlichen Distrikten der Region Tabora in Tansania fehlt medizinische Versorgung – besonders Augenärzte. Für Betroffene bedeutet das oft unnötige Blindheit, obwohl eine einfache Operation das Sehvermögen wiederherstellen könnte.

Einer, der diese Versorgungslücke täglich sieht, ist Dr. Amos Mahona: „Unsere Patientinnen und Patienten reisen manchmal 200 Kilometer, nur um hierher zu kommen“, berichtet er. „Und wenn sie hier sind, müssen wir ihnen sagen, dass wir ihnen nicht helfen können.“ Dr. Amos Mahona ist der leitende Arzt im St. John Paul II Hospital, welches in einem dieser ländlichen Distrikten in Tabora liegt. „Das tut uns weh, denn dieses Krankenhaus wurdegebaut, um den Armen zu helfen. Doch wir haben keine Augenärzte.“

Ein MAF-Flug rettet Augenlicht

Dank MAF gibt es Hoffnung für die Menschen in dieser Region. Zum ersten Mal konnte der tansanische Augenchirurg Dr. Erick Msigomba und sein Team von Njombe nach Tabora geflogen werden, um Augenoperationen durchführen. „Oft handelt es sich um einfache Katarakte,“ erklärt der Augenarzt, „dabei handelt es sich nicht um eine vollständige Erblindung. Mit ein wenig Hilfe können wir ihr Augenlichtwiederherstellen.“

Dr Msigomba und sein Team haben über 200 Menschen untersucht

In nur wenigen Tagen untersuchte das Team um Dr. Msigomba 200 Patientinnen und Patienten und führte 60 Kataraktoperationen durch. Unter ihnen war Rozalia Masanja Mayung, die ihr Augenlicht zwei Jahre zuvor verloren hatte. Sie konnte nicht mehr länger für sich selber sorgen. „Meine Kindersagten mir, dass Ärzte kommen würden. Ich entschloss mich, diese Gelegenheit zu nutzen. Ich war so aufgeregt deswegen.“ Nach der Operation ist Rozalia überwältigt: „Sie haben etwas wie einen Schleier von meinen Augen entfernt.“ Jetzt kann sie wieder selbstständig laufen, kochen und essen – und muss nicht mehr betteln.

Rozalia kann wiedersehen und gehen

Eine Anreise auf dem Landweg wäre für Dr. Msigomba undenkbar gewesen. Zwei volle Tage auf staubigen Pisten hätten das empfindliche Instrumentarium gefährdet. Der Augenarzt ist dankbar: „Aber MAF brachte mich und alle unsere Geräte sicher ans Ziel.“ Trotz des erfolgreichen Einsatzes weiss Dr. Msigomba, dass noch viele Menschen auf Hilfe warten. Stewart Ayling, MAF-Länderdirektor in Tansania, stimmt zu. „Nachdem wir die Wirkung der Arbeit gesehen haben, ist unser gesamtes Team motiviert, dafür zu sorgen, dass dieses Camp das erste von vielen wird.“

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Annet Nabbanja
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