„Ich möchte meiner Mutter ein Haus bauen“

Über 1 Million Flüchtlinge aus dem Südsudan suchten in Norduganda Zuflucht, darunter viele Kinder. In der Peace Nursery and Primary School in Olua, geführt von MAF-Partner PEACE International, gedeiht Hoffnung: Kinder schliessen ihre Ausbildung ab.

Stolz und voller Hoffnung: Für diese Absolventinnen und Absolventen bedeutet Bildung eine neue Zukunft

Auf dem Schulhof der Peace Nursery and Primary School ist viel los. Es wird laut gelacht und Kinder in ordentlichen Schuluniformen laufen durcheinander. Hier treffen wir Achol Bol Mabior, die Mutter des 15-jährigen Absolventen Akech. Sie floh mit ihren Kindern, als der Krieg für sie zu Hause im Südsudan zu gefährlich wurde. Dass Akech die Möglichkeit bekam, zur Schule zu gehen, fühlt sich für die Mutter und den Jungen fast wie ein Traum an, der in Erfüllung gegangen ist. «Ich möchte, dass meine Kinder eine Ausbildung erhalten – weil ich diese Chance nie hatte! Ich hoffe, sie können lernen und ihre Geschwister unterstützen», sagt sie. «Früher habe ich viel gearbeitet. Aber jetzt habe ich weniger Kraft und kann nur noch mit einem Auge sehen. Ich möchte anfangen, Kleider zu nähen und jeden Tag etwas sparen, damit dieser Junge weiter zur Schule gehen kann.»

Und der junge Absolvent, der neben seiner Mutter steht, weiss, dass Bildung der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist. «Ich will Ingenieur werden. Wenn ich Menschen sehe, die mit Strom arbeiten, bewundere ich sie. Es weckt in mir den Wunsch, es ihnen gleichzutun», sagt er. «Wenn ich studiere, kann ich meine Familie unterstützen. Ich möchte meiner Mutter ein Haus bauen und ihr bei der Erziehung meiner anderen Geschwister helfen.»

Achol Bol Mabior floh mit ihren Kindern aus dem Südsudan. Nun steht ihr Sohn Akech stolz an ihrer Seite, während sie davon träumt, wie er eine bessere Zukunft aufbaut.

Der Schlüssel zum Frieden Im Dezember 2013 brach im Südsudan ein Bürgerkrieg aus – nur zwei Jahre nach der Unabhängigkeit des Landes. Der Konflikt entwickelte sich schnell zu einem brutalen Krieg, der von ethnischer Gewalt geprägt war und zu einer grossen humanitären Krise führte. Tausende Familien flohen ins benachbarte Uganda und viele Kinder wuchsen ohne Zugang zu einer Grundbildung auf.

PEACE International hat auf diesen dringenden Bedarf reagiert. Ihre Mission ist es, den Frieden zu fördern, indem sie durch Bildung, Führungstraining und Unterstützung für Frauen Hoffnung bietet. Heute erhalten in der von ihr betriebenen Schule mehr als 850 Schülerinnen und Schülern vom Kindergarten bis zur 7. Klasse Bildung, Traumabehandlung und zwei tägliche Mahlzeiten.

«Bildung ist der Schlüssel zur Gestaltung des Lebens von Flüchtlingen», sagt Rosemary Khamati, Gründerin von PEACE International, die zur Abschlussfeier eingeflogen wurde. «Sie werden sich an einen Tisch setzen und Themen diskutieren, anstatt sich in physische Kriege verwickeln zu lassen. Bildung sorgt für Wandel und bewirkt Frieden, da unsere Ausbildung auf den christlichen Werten basiert.»

Rosemary Khamati ergriff die Initiative zur Schulgründung, nachdem sie gesehen hatte, wie viele Kinder in den Lagern ohne Ausbildung blieben.

Fliegen für die Zukunft MAF ist seit mehreren Jahren ein wichtiger Partner von PEACE International – unter anderem durch den Transport von Schulmaterial für Schüler und Führungskräfte per Flug. Darüber hinaus transportierte MAF Partner, um Lehrerinnen, Frauen und Pfarrerinnen Traumabehandlung und Friedensförderung anzubieten.

Ruth Jack, Country Director von MAF in Uganda, schildert, was Flüchtlingslager für sie bedeuten. «Dort treffen das Beste und das Schlechteste der Menschheit aufeinander. Menschen, die die Hoffnung verloren haben, werden von jenen versorgt, die ihr Leben geben, um Hoffnung zu bringen», meint sie. «Unsere Partner haben deutlich gemacht, wie wichtig ihnen unsere Flüge sind: Ihre Arbeit wird dadurch erheblich leichter und effizienter.»

Kinder im Flüchtlingscamp
Autor
Annet Nabbanja
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