Cholera-Prävention in Torit, Südsudan
Im Jahr 2025 explodierte die Zahl der Cholera-Fälle im Südsudan – laut UNO der schlimmste und längste Ausbruch in der Geschichte des Landes. Dank MAF und Medair konnten Tausende Menschen in abgelegenen Gebieten gesund bleiben.
„Es begann mit wässrigem Durchfall und starken Bauchschmerzen", erzählt Esther*, Mutter von sechs Kindern. „Die Schmerzen wurden immer schlimmer, der Durchfall hörte nicht auf." Innerhalb weniger Stunden verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch – ohne Behandlung wäre sie gestorben.
Zu Fuss legte Esther den langen Weg zum Cholera-Behandlungszentrum in Torit, der Hauptstadt des Bundesstaates Eastern Equatoria im Südsudan, zurück. „Ich musste immer wieder anhalten – ich kam nur langsam vorwärts, Schritt für Schritt." Schliesslich erreichte sie das von Medair betriebene Zentrum und erholte sich rasch. „Ich war sehr krank, schon seit ein oder zwei Tagen. Dann kam ich hierher, und die Menschen halfen mir sofort."
Esther überlebte. Doch was wäre passiert, wenn Ausrüstung und Personal nicht rechtzeitig im Zentrum vor Ort gewesen wären? Was, wenn sich Medikamente um Tage oder Wochen verzögert hätten, weil Lieferungen aufgrund der prekären Strasseninfrastruktur oder Überfällen stecken geblieben wären? Für Esther und viele andere wäre es zu spät gewesen.

Hilfe aus der Luft
Genau da setzt die Arbeit von MAF an: Gemeinsam mit dem Partner Medair ermöglichte die Organisation in Torit Choleraprävention, Impfungen und Behandlungen. MAF führte mehr als ein Dutzend Flüge durch und transportierte Personal sowie kritische Fracht – darunter Handschuhe, Kanülen sowie Wasser- und Sanitärmaterial – direkt ins Ausbruchsgebiet. Lea, eine Medair-Mitarbeiterin, berichtete, dass die Zahl der Cholera-Fälle seit Beginn der Massnahmen deutlich zurückgegangen sei.
„Wir reparierten Brunnen, verteilten Wasser-, Sanitär- und Hygieneartikel in elf Dörfern und führten Aufklärungsarbeit in elf Cholera-Hotspots durch. Wenn wir hören, dass wir mit MAF ins Einsatzgebiet fliegen, freuen wir uns sehr. Denn mit MAF kommen wir überall hin."

Sauberes Wasser und Hygiene sind zentral
Der grösste Bedarf besteht an sauberem Wasser und daran, dass die Gemeinschaft angemessene Hygienepraktiken anwendet, um sich vor Cholera zu schützen. Dank Präventions- und Aufklärungsmassnahmen, die durch die Zusammenarbeit von MAF und Medair ermöglicht wurden, blieben Tausende Menschen in Torit und den umliegenden Dörfern gesund und mussten nicht ins Spital.
Auch Rose* und ihre Familie erhielten Hilfsgüter, um die Ausbreitung von Cholera durch verunreinigtes Wasser zu stoppen:
„Ich habe zwei Eimer, Seife, Chlortabletten und einen Wasserfilter erhalten. Diese Dinge helfen unserer Familie sehr und schützen uns vor Krankheiten wie Cholera und Durchfall. Es ist für uns sehr schwer, sauberes Wasser zu bekommen. Früher haben wir das Wasser direkt aus der Quelle getrunken, aber jetzt haben wir und unsere Kinder sehr von diesen Hilfsgütern profitiert."
Rose drückte ihre Dankbarkeit für die Partnerschaft zwischen MAF und Medair aus, dank der abgelegene Regionen lebenswichtige Hilfe erhalten. „Wenn es MAF und Medair nicht gäbe, würden viele Menschen leiden. Wir danken beiden für die Hilfe, die sie uns geben. Möge Gott euch weiterhin helfen. Danke!"
Fakten und Zahlen
- 164'987 Menschen in Torit wurden gegen Cholera geimpft, 602 Patient:innen im Cholera-Behandlungszentrum und an Rehydrationsstationen behandelt
- In Torit reparierte und chlorierte das Team 27 Brunnen und versorgte 11'825 Personen (2'000 Haushalte) mit WASH-Hilfsgütern
- Das WASH-Notfallteam schulte 63 Hygiene-Promotoren, die 26'045 Personen mit Botschaften zur Cholera-Prävention erreichten


